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Auf den Spuren einer uralten Weisheit -
Die Yoga Sūtras des Patañjali

Gesamte Inhalte: © Dr. Christoph Paul Stock

 

SŪTRA 1.3: Das Ziel des Yoga

 

तदा द्रष्टुः स्वरूपेऽवस्थानम्॥३॥

Tadā draṣṭuḥ svarūpe’vasthānam. ||3||

 

Tadā = dann

draṣṭuḥ = der Seher, das sehende Selbst, das reine Gewahrsein

sva = eigene

rūpe = Natur, Zustand ohne Modifikation, reines Sein ohne Form und Inhalt

avasthānam = ruhen, verweilen

 

„Dann ruht (avasthānam) das sehende Selbst (draṣṭuḥ) im eigenen Sein (svarūpe).“

 

Diese innere Erfahrung, bei der wir zum Urgrund unseres Seins zurückkehren und vollkommen in uns selbst ruhen, ist das Ziel des Yoga. Hier in Sūtra 3 des ersten Buches ist das Ziel des Yoga formuliert und praktisch alles gesagt, was es zum Yoga zu sagen gibt. Alle anderen Anweisungen, ethischen Hinweise, philosophischen Überlegungen, Praktiken und Techniken dienen lediglich dazu, diesen Zustand zu erreichen. Alle acht Glieder des Yoga richten sich an diesem Ziel aus. Zu den acht Gliedern (aṣṭāṅga yoga) gehören: 1. „Yama“ (ethische Anweisungen für den Umgang mit anderen Wesen), 2. “Niyama“ (ethische Grundsätze für die eigene Lebensführung), 3. „Āsana“ (Sitzhaltung für die Meditation und Körperübungen), 4. „Prāṇāyāma“ (Atmung in der Meditation und Atemübungen), 5. „Pratyāhāra“ (Rückzug des Geistes aus der sinnlich wahrnehmbaren Welt und Ausrichtung des Geistes auf die Innenwelt), 6. „Dhāraṇā“ (Konzentration), 7. „Dhyāna“ (Meditation), 8. „Samādhi“ (kontemplative Versenkung in den Raum des Unbewussten). Sie alle gehören zum Yoga und sind dennoch nur unterstützende Hilfsmittel und Beiwerk auf dem Weg. Yoga ist der Zustand, in dem das sehende Selbst in seinem eigenen Sein ruht.

© Christoph Paul Stock | Wien | 2026 | All rights reserved!
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