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Auf den Spuren einer uralten Weisheit -
Die Yoga Sūtras des Patañjali

Gesamte Inhalte: © Dr. Christoph Paul Stock

 

SŪTRA 1.17: Kontemplation mit Unterscheidungen

 

वितर्कविचारानन्दास्मितारूपानुगमात्सम्प्रज्ञातः॥१७॥

Vitarka vicārānandāsmitānugamāt saṁprajñātaḥ. ||17||

 

Vitarka = Schlussfolgerung, Begründung

vicāra = Reflexion

ānanda = Glückseligkeit, Wonne

asmita = Ich-Bewusstsein

anugamāt = wird begleitet von

saṁprajñātaḥ = Unterscheidung

 

„Die unterscheidende Kontemplation (Saṁprajñāta samādhi) ist begleitet von Schlussfolgerungen (vitarka), Reflexionen (vicāra), Glückseligkeit (ānanda) und Ich-Bewusstsein (asmita).“

 

Samadhi kann als innerer Prozess der Versenkung in immer tiefere Schichten des persönlichen, kollektiven und universalen Bewusstseins verstanden werden.

 

Mit Blick auf die sehr grobe Unterscheidung in das persönliche, kollektive und universale Bewusstsein wird ersichtlich, dass der Geist viele unterschiedliche Schichten hat. Der Großteil all dieser Schichten ist uns völlig unbewusst. Sigmund Freud verwendete zur Darstellung des Unbewussten im Verhältnis zum Bewussten einen im Meer schwimmenden Eisberg, dessen aus dem Wasser ragender Teil im Verhältnis zum unter Wasser sich befindenden Eis unbedeutend klein ist. Unser bewusstes Alltagsleben fußt auf jenem Teil über dem Wasser. Der Rest unserer Existenz ist verborgen im Meer. Durch eine Versenkung unter die Wasseroberfläche dringt man in immer tiefere Schichten des Eisbergs vor. Die Schichten sind wie die Ablagerungen der Niederschläge, die vor langer Zeit das Eis gebildet haben. Über die Zeit hinweg hat sich Schicht über Schicht angelagert. Jede Schicht fußt und ruht auf der vorhergehenden. Je tiefer wir gehen, desto grundlegender, prinzipieller und abstrakter werden die Schichten, bis wir am unteren Ende des Eisbergs in einen Bereich vordringen, der wie ein Blick in die Unendlichkeit ist. Alles ist Wasser, reine Potenzialität ohne jede Form und ohne jeden Inhalt. Dort in der absoluten Stille und Ruhe ist das reine Spiegeln, von dem uns die Erleuchteten erzählen. Ein Bewusstsein ohne Form und Inhalt, ein Spiegel, in dem nichts reflektiert wird, ein aus sich selbst strahlender Urgrund. Dieser Urgrund wird im Sanskrit als „purusa“ oder wahres Selbst bezeichnet. Der Eisberg mit seinen unzähligen Schichtungen ist die Welt der Erscheinungsformen, die manifest und nicht manifest sein können. Die Yogis nennen diesen Bereich, der in unserem Beispiel der gesamte Eisberg ist, „prakriti“.

 

Der angesprochene Urgrund ist völlig frei von jeder Begrenzung, Einschränkung und Limitierung. Je weiter wir uns entlang der geistigen Strukturen nach oben Richtung Wasseroberfläche bewegen, umso gröber und körniger wird die Schichtung des Eises im Eisberg. Tief im Inneren des Eisberges haben der auf den Partikeln lastende Druck verdichtete und kompakte Schichten entstehen lassen. Von den einzelnen Kristallen und Schneekörnern ist nichts mehr zu entdecken. Es gibt kaum mehr Lufteinschlüsse und daher ist das Eis nicht weiß, sondern blau.


Abbildung 1
Grafik-Design: © bei Christoph Paul Stock

Hier löst sich die Unterscheidbarkeit immer weiter auf, bis sie im Ozean völlig verschwindet. Je höher wir im Eisberg nach oben gehen, umso mehr nimmt die Körnung und Unterscheidbarkeit zu, das tiefe Blau des Eises wird immer blasser, um sich an der Oberfläche als weiße Substanz zu zeigen. Durch die Diversifizierung nehmen Begrenzungen, Einschränkungen und Limitierungen zu und zeigen sich in der unvorstellbaren Vielzahl an Lebensformen in unserer Welt.


Die Evolution hat das Leben Schicht für Schicht aufgebaut. Im Prozess der Versenkung können wir in die sich so gebildeten Schichten immer tiefer vordringen, bis wir an jenen Punkt gelangen, an dem sich selbst Energie, Materie sowie Raum und Zeit auflösen. Dies ist ein der Evolution entgegengesetzter Prozess, den man als Involution bezeichnen könnte. Entscheidend dabei ist, dass man die uns bekannte Oberfläche verlässt und eindringt in ein uns unbewusstes Terrain, das weder von unseren Sinnen wahrgenommen noch von unserem Intellekt erfasst werden kann. Denken, Fühlen und Empfinden verlieren hier mehr und mehr an Bedeutung. Es ist die Intuition, die in diesen Tiefen regiert und uns führt.


Die Yogis haben entdeckt, dass es innerhalb dieses riesigen Eisberges zwar unzählige Einzelschichtungen gibt, der Eisberg selbst sich aber grob in bestimmte Bereiche einteilen lässt. Jeder dieser Bereiche hat seine eigene Funktionsweise und Gesetzmäßigkeiten. Jeder Bereich wirkt auf den nächsthöheren ein und wird umgekehrt vom nächsthöheren rekursiv beeinflusst. Die Grenzen zwischen den Bereichen sind nicht absolut, sondern fließend. Dennoch lassen sich die Bereiche voneinander abtrennen. Sie sind wie Strömungen im Meer. Auch hier erscheint das Wasser im einen Strömungsbereich gleich zu sein wie jenes des angrenzenden Strömungsbereiches. Doch sobald man in die Strömung hineinkommt, merkt man, dass die Wasserströme in unterschiedliche Richtungen fließen. Wenn man sich nun genau in jenem Bereich befindet, der zwischen den beiden Strömungen liegt, lässt sich nicht mehr feststellen, in welche Richtung die jeweilige Strömung geht. Der Strömungsimpuls der einen Strömung greift nicht mehr und jener der anderen Strömungen hat noch nicht begonnen zu wirken. Man befindet sich zwischen den Strömungen in einem Niemandsland. Man ist in einer Art Richtungslosigkeit gefangen und kann keine Unterscheidung treffen.

 

Abbildung 2
Grafik-Design: © bei Christoph Paul Stock

Sūtra 1.17 beschreibt nun 4 Bereiche, in die wir uns nach und nach mit den Techniken, die in den Sutras 3.1 bis 3.4 beschrieben werden, versenken können. Der erste Bereich ist nahe der Wasseroberfläche. Die anderen liegen daran anschließend nacheinander immer tiefer im Meer. Sie lassen sich klar voneinander unterscheiden, wie die im vorherigen Absatz beschriebenen Strömungen. Damit entsprechen sie einem Bewusstseinszustand, der sich von anderen jeweils in seiner mentalen bzw. transmentalen Tätigkeit unterscheiden lässt. In der obersten Schicht sind Schlussfolgerungen (vitarka) in der nächsten Schicht Reflexionen (vicāra), dann Glückseligkeit (ānanda) und schließlich ein Ich-Bewusstsein (asmita) von unterscheidender Bedeutung. Diese vier unterscheidbaren Begleiter in der Kontemplation bringen das Charakteristische bei der Versenkung in den jeweiligen Bereich des Bewusstseins zum Ausdruck.

 

Die einzelnen Bereiche des in unserem Beispiel verwendeten Eisbergs werden im Yoga als kośas bezeichnet. Dabei wird das Charakteristikum der Schlussfolgerungen dem manomaya kośa (mentaler Bereich), jenes der Reflexionen dem vijnanamaya kośa (Bereich der Erkenntnis und Weisheit), jenes der Glückseligkeit dem anandamaya kośa (Bereich des erfahrenen Glücks) und jenes des Ich-Bewusstseins dem atman (Bereich des Lebenshauches oder Atems) zugeordnet.


Jeder der angesprochenen Bereiche hat seine besondere Bedeutung und unterscheidbaren Eigenheiten mit Bezug zu den Erfassungs- und Verarbeitungs- sowie Verhaltensmodi, die dem Menschen zur Verfügung stehen. Die Art und Weise, wie sich der Mensch in diesen unterschiedlichen Bereichen bewegt und verhält variiert. Die Unterscheidung rührt aus unterschiedlichen Bewusstseinszuständen. Mit dem Vordringen des Menschen in immer tiefere Schichten des Seins ändert sich seine Sichtweise auf die Welt und damit die Art und Weise, in der er die Welt wahrnimmt und erfasst, sie verarbeitet und sich im Bezug zu ihr verhält. Dies ist nicht so sehr eine Frage von erlernbaren Fähigkeiten und Fertigkeiten, sondern eine Frage des Bewusstseinszustandes, in dem sich der Mensch befindet. Dabei ist man nicht auf einen Bewusstseinszustand festgelegt. Je nach Situation und Bedingungen kann der Mensch aus einem Bewusstseinszustand in einen anderen wechseln, vorausgesetzt, er hat den jeweils zur Lebenssituation passenden Bewusstseinszustand in sich verwirklicht. Ist dies nicht der Fall, wird jener Bewusstseinszustand verwendet, der zur Verfügung steht und nicht derjenige der passen würde. Wenn das einzige Werkzeug, das einem zur Verfügung steht, ein Hammer ist, dann ist es sehr wahrscheinlich, dass man in allem und jedem einen Nagel erkennt, selbst wenn weit und breit kein Nagel zu entdecken ist. Wenn wir uns im Bezug zur Welt falsch und lebensfeindlich verhalten, wird dies in der westlichen Tradition der Kirchen als sündhaftes Verhalten gebrandmarkt. Der Fokus liegt auf den Fähigkeiten und Fertigkeiten, die ein Mensch entwickeln soll. Er muss Buße tun und es beim nächsten Mal besser machen. Es ist eine Frage der Tugenden. In der Tradition der östlichen Religionen steht im Gegensatz dazu das Bewusstsein im Zentrum der Betrachtung. Falsches und lebensfeindliches Verhalten wird nicht so sehr als Sünde als vielmehr als Illusion, Anhaftung an falsche Vorstellungen und Vorlieben und als Trugschluss gesehen, die nicht primär durch Umkehr und Buße als vielmehr durch einen Akt der Bewusstmachung verändert werden. Hier tritt der wirkmächtig agierende Verstand als leitende Kraft gegenüber dem wahrnehmenden Beobachter zurück. In diesem Zugang zur Frage, wie sich der Mensch entwickeln kann und soll, werden Unterschiede im Bewusstseinszustand erkennbar. Um durch Buße und Umkehr das eigene Verhalten läutern zu können, muss man in der Lage sein, das eigene Fehlverhalten in einem ersten Schritt schlussfolgernd als falsch und lebensfeindlich zu erkennen. Dies ist in keiner Weise selbstverständlich. Viele Menschen tun anderen Menschen unsagbares Leiden an, ohne wirklich in der Tiefe zu begreifen, was sie tun. Sie verstehen nicht, welche Folgen ihr Handeln oder Unterlassen hat und dass es auf sie zurückwirken wird. Erst wenn dem Menschen durch Erfahrung und eine entsprechende Schlussfolgerung bewusstwird, dass ihn falsches und lebensfeindliches Verhalten selbst treffen wird, kann eine Änderung des Verhaltens eintreten. Doch die Schlussfolgerung allein reicht nicht aus, um eine Änderung zu bewirken. Man muss durch Reflexion erkennen können, ob eine Situation ihrem Wesen nach einer anderen Situation entspricht. Im Detail unterscheiden sich alle Lebenssituationen voneinander. Das Leben wiederholt sich nie im Sinn einer einfachen Kopie. Man muss also von früheren Situationen in Analogie auf die gegenwärtige Situation schließen können, um zu erkennen, dass es sich um eine ähnlich gelagerte Situation handelt und man daher das früher Gelernte im konkreten gegenwärtigen Kontext angepasst und adaptiert anwenden sollte. Erst wenn wir in der Lage sind, gemachte Erfahrungen schlussfolgernd zu verstehen und reflektierend einzuordnen, ist das, was man in der kirchlichen Tradition Buße und Umkehr nennt, möglich. Heute wird dieser Prozess der inneren Läuterung durch unterschiedliche Therapieformen und Beratungssettings im psycho-sozialen Kontext erreicht. Hier versteht man, dass es nicht reicht, auf ein Fehlverhalten hinzuweisen, um eine Verhaltensänderung zu bewirken oder sich einfach für das Fehlverhalten zu geißeln, sondern dass verdrängte und ins persönlich Unbewusste gefallene Inhalte bewusst gemacht, reflektiert und verstanden werden müssen, damit aus Einsicht das werden kann, was man Weisheit nennt. Doch so sehr wir uns auch bemühen, persönlich gemachte Erfahrungen schlussfolgernd zu durchdringen und reflektierend einzuordnen, wir werden dadurch nicht in die Lage versetzt, hoch komplexe Zusammenhänge zu begreifen und zu verstehen und dann richtig zu handeln. Wir leben in einer Zeit, in der uns die Komplexität der Dinge überfordert und nicht selten ratlos zurücklässt. Wir erkennen immer öfter, dass unsere mentalen Fähigkeiten unzureichend sind. Wir wissen und verstehen zu wenig und fühlen uns ohnmächtig angesichts der globalen Krisen und Probleme, die uns umgeben. Buße und Umkehr machen keinen Sinn, wenn man schlussfolgernd und reflektierend nicht erkennen kann, was man eigentlich falsch gemacht hat. Komplexe Systeme reagieren auf Eingriffe und Maßnahmen oft in einer Art und Weise, in der man dies nicht erwarten konnte. Selbst im Nachhinein ist es oft schwer möglich, die kausalen Zusammenhänge zu erkennen, die im Hintergrund abgelaufen sind, weil die Anzahl der Variablen, die zu berücksichtigen waren, einfach zu groß ist. Selbst ausgefeilte Computerprogramme mit ihrer enormen Rechenleistung helfen uns nicht, dieses Problem wirklich zu lösen. Wie schon weiter oben angesprochen, gibt es etwas, das über unsere kognitive Kapazität hinausgeht und auf einer tieferen Ebene im Bereich des Nicht-Denkens liegt. Dieses Etwas ist der innere Beobachter, der seine Wahrnehmung nicht nur in die Welt hinaus, sondern auch in die Welt im Inneren des Menschen hinein richten kann. Dieser Beobachter verlässt meditierend die Dimension von Raum und Zeit und taucht ein in eine numinose Welt des inneren Gewahrseins im gegenwärtigen Augenblick. Es werden nicht mehr mental angesammelte Inhalte der Vergangenheit reflektierend eingeordnet und schlussfolgernd in die Zukunft projiziert, sondern jenseits dieser mentalen Abläufe unmittelbare Zustände des Weltganzen wahrgenommen. Das Weltganze offenbart sich immer nur im gegenwärtigen Augenblick. Sobald wir diesen Augenblick aus dem Fokus verlieren, driften wir ab in unsere von konditionierten Wahrnehmungsmöglichkeiten und beschränkten mentalen Verarbeitungskapazitäten bestimmte persönliche Welt. Dieser Schritt vom Denken zum Nicht-Denken, von der mentalen zur beobachtenden Dimension ist auch ein Schritt von den überschaubaren kleinen zu großen unüberschaubaren und komplexen Systemzusammenhängen. Wir sind in einem Bewusstseinszustand, der sich nicht mehr auf unsere persönliche Erfahrungswelt, sondern auf die Welt im Großen und Ganzen bezieht. Wir sind nicht mehr das Zentrum in einem egozentrischen oder egoistischen Sinn, sondern ein Teil einer viel größeren und alles umspannenden Realität, die uns gänzlich umgibt. Der Schritt von der Schlussfolgerung zur Reflexion ist ein großer Schritt, der im Bewusstsein große Veränderungen mit sich bringt. Viele Menschen haben diesen Schritt gemacht oder sind dabei ihn zu machen. Doch der Schritt von der mentalen zur beobachtenden Dimension wird nur von sehr wenigen Menschen vollzogen. Solange wir uns in der mentalen Dimension unseres Seins bewegen, sind die klassischen Wissenschaften und die Psychologie von besonderer Bedeutung. Die Psychologie erklärt uns dabei, wie wir die Welt wahrnehmen, ihre Sinneseindrücke verarbeiten, sie intellektuell zerlegen und schließlich schlussfolgernd und reflektierend auf sie mental reagieren. Doch weder die Wissenschaft noch die Psychologie gehen über den mentalen Bereich hinaus. Yoga eröffnet diesen Bereich des Spirituellen, der die Einheit in der Vielfalt der Dinge erkennt, ihre Verwobenheit beschreibt und sich der Frage stellt, wie wir die Welt jenseits unserer mentalen Strukturen wahrnehmen und erkennen können. Hier stellt sich die Frage nach dem Erkennen des Erkennens, das man als Bewusstsein bezeichnet.


Drei unterscheidbare Ebenen des Bewusstseins wurden bisher dargestellt. Die Ebene der Schlussfolgerungen, die Ebene der Reflexionen und die Ebene des komplexen Gesamtzusammenhangs. Es gibt noch eine vierte Ebene, die sich von den anderen abgrenzen lässt. Diese Ebene geht über die mentale und beobachtende Dimension hinaus und nimmt den Beobachter selbst in den Fokus. Bei der mentalen Tätigkeit des Schlussfolgerns identifiziert sich der Mensch vollkommen mit seinem Verstand. Der französische Philosoph René Descartes würde sagen: „Ich denke, also bin ich.“ In der Reflexion geht der Mensch ein Stück weit auf Abstand zu seinen Schlussfolgerungen und beginnt sie zu beobachten. Ohne diesen leichten Abstand ist es nicht möglich, Gedanken und Emotionen zu reflektieren. Die Identifikation mit dem Verstand beginnt aufzubrechen und ein Beobachten kündigt sich an. Es ist noch nicht voll bewusst, doch ein gewisser Abstand zum Denken ist erreicht. Schließlich entfaltet sich die Beobachtung immer mehr und bringt das Denken unter seine Kontrolle. An diesem Punkt wird Yoga geboren und erkannt, dass die Beobachtung die Dinge auf einer sehr grundsätzlichen und fundamentalen Ebene verändert. Ist die beobachtende Dimension voll entwickelt und entfaltet und der Verstand zur Ruhe gebracht, eröffnet sich eine weitere Dimension des Bewusstseins. Es richtet sich nun von der Beobachtung auf den Beobachter selbst und erfasst jene Intentionalität des Ich-Bewusstseins, das auf der ständigen Suche nach sich selbst, die Dinge als Du in die Welt projiziert. Selbst bei Menschen, die augenscheinlich einen tiefgehenden Bewusstseinszustand erreicht haben, ist schwer zu sagen, ob sie über das Ich-Bewusstsein dauerhaft hinausgegangen sind. Welche Herausforderungen und Schwierigkeiten sich auf dieser Ebene ergeben, müssen wir jene Menschen fragen, die diesen Bewusstseinsbereich betreten haben. Doch es ist fraglich, ob sie uns über diesen Bereich viel sagen können. Es ist wohl eher ihre Präsenz, die aus Ihnen kommende Stille und der sie umgebende Frieden, die uns helfen können, etwas von diesem Bereich zu erfassen.

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