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Auf den Spuren einer uralten Weisheit -
Die Yoga Sūtras des Patañjali
Gesamte Inhalte: © Dr. Christoph Paul Stock
SŪTRA 3.7: Die Versenkung ohne jedes Keimen
त्रयमन्तरङ्गं पू र्वेभ्यः॥७॥
Trayam antaraṅgam pūrvebhyḥ. ||7||
Trayam = die drei zusammen, Dreiergruppe
antar = intern, nach innen gerichtet, im Inneren sein, tief im Inneren
aṅgam = Teil, Glied
pūrvebhyḥ = von den Vorangegangenen, die Vorherigen
„Diese drei (dhāraṇā, dhyāna, samādhiḥ) Glieder liegen tiefer als die vorherigen (fünf Glieder des Aṣṭāṅga Yoga).“
„Dhāraṇā“, „dhyāna“ und „samādhiḥ“ sind Vorgänge im Inneren des Menschen. Sie können von einem anderen Menschen sinnlich nicht wahrgenommen werden. Sie sind mentaler und transmentaler Natur. Aus diesem Grund liegen sie tiefer bzw. weiter innen als die fünf anderen Glieder des achtfachen Yogapfades (Aṣṭāṅga Yoga).
„Yama“ hat mit der Begegnung und dem Umgang mit anderen Wesen zu tun. Es geht darum, wie man die Welt und die Wesen in ihr behandelt. Hier ist ebenso eine Außenorientierung gegeben wie bei den ethischen Grundsätzen für die eigene Lebensführung, dem „niyama“. Die Früchte des Umgangs mit anderen und uns selbst, zeigen sich und haben Wirkung in der äußeren Welt. „Āsanas“ sind Körperübungen und damit genauso wie die Atemübungen (prāṇāyāma) und die Übungen im Zusammenhang mit den Sinnen (pratyāhāra) Teil der Körperlichkeit. Der Körper ist das Vehikel, mit dem wir uns in der äußeren Welt bewegen. Die fünf ersten Bereiche, die mit der äußeren Welt verbunden sind, bereiten uns für die Entwicklungen in unserer inneren mentalen und transmentalen Welt vor. Sie sind das Fundament, auf dem die letzten drei Glieder stehen. Ist die Außenwelt in Aufruhr, ist es schwierig, die Innenwelt unbekümmert zu erforschen. Sind die Verhältnisse in der Außenwelt ruhig und geordnet, ist es leichter, sich der grenzenlosen Dimension des Inneren zu stellen. Dann können wir uns voll auf „dhāraṇā“, „dhyāna“ und „samādhiḥ“ einlassen und in diesem Bereich nicht nur kurzzeitige und schattenhafte, sondern beständige Fortschritte machen.