K O N T A K T

Auf den Spuren einer uralten Weisheit -
Die Yoga Sūtras des Patañjali
Gesamte Inhalte: © Dr. Christoph Paul Stock
SŪTRA 3.9: Die Kontrolle des Geistes
व्यु त्थाननिरोधसंस्कारयोरभिभवप्रादुर्भावौ निरोधक्षणचित्तान्वयो निरोधपरिणामः॥९॥
Vyutthāna nirodha saṁskārayor abhibhava prādurbhāvau nirodha kṣaṇa cittānvayo nirodha pariṇāmḥ. ||9||
Vyutthāna = Erwachen, in aktivem Zustand
nirodha = beruhigt, kontrolliert, zur Ruhe bringen
saṁskārayoḥ = einer von den zwei Eindrücken
abhibhava = überwinden, verschwinden
prāduḥ = erscheinen
bhāvau = aufgehen
nirodha = beruhigt, kontrolliert, zur Ruhe bringen
kṣaṇa = Moment, Augenblick
citta = seelisch-geistige Regung
ānvayḥ = Durchdringung, Etablierung
nirodha = beruhigt, kontrolliert, zur Ruhe bringen
pariṇāmḥ = Transformation, Wandlung, Entwicklung
Wenn der Geist (citta) in jenem Augenblick zwischen einem zur Ruhe kommenden und verschwindenden aktiven (mentalen) Eindruck und einem zweiten gerade erscheinenden und aufgehenden (mentalen) Eindruck (auf die seelisch-geistigen Regungen) beruhigend einwirkt, kommt es zu einer Wandlung im Geist, der nun von Kontrolle durchdrungen ist (nirodha pariṇāmḥ).
Bei Durchsicht der Sūtras 3.9 bis 3.12 mit ihren Beschreibungen diverser Modifikationen des Geistes (citta), fragt man sich, weshalb diese Aspekte nicht schon zuvor bei den Ausführungen zu „dhāraṇā“, „dhyāna“ und „samādhiḥ“ mitberücksichtigt wurden. Doch schnell wird klar, dass es sich hier um besondere Aspekte im Zusammenhang mit Transformationsprozessen handelt. Im Kommentar zur Sūtra 1.18 wurde das Thema der Transmutation als ein besonders tiefgehender Fall der Transformation angesprochen. Für die Bewältigung von Transmutationen im „asaṁprajñāta samādhi“ sind die Ausführungen in den Sūtras 3.9 bis 3.12 von besonderer Bedeutung.
Typisch für Transformations- und Transmutationsprozesse ist die Herausforderung, alte Aspekte loslassen und auflösen zu müssen, bevor neue Aspekte sich manifestieren und entfalten können. Es gibt also eine Phase des Übergangs, in dem die Dinge zur Ruhe kommen, gleichzeitig aber auch eine Unsicherheit entsteht, weil sich das Bewusstsein auf kein konkretes Objekt konzentrieren kann.
Mentale Eindrücke und Prozesse werden sehr stark von „vāsanāns“ bestimmt, die tiefliegende und oft unbewusste Prägungen und Neigungen darstellen, Verhaltenstendenzen bestimmen und der Persönlichkeit einen bestimmten „Geschmack“ verleihen. Unser Verhalten richtet sich an den Prägungen aus und bringt sich wiederholende Handlungsmuster hervor, die sich immer weiter verstärken und zu tiefsitzenden und schwer veränderlichen Gewohnheiten werden können, die man „saṃskāras“ nennt. In einem Transformations- oder Transmutationsprozess müssen solche Gewohnheiten wahrgenommen, verstanden und aufgebrochen werden. Ein solches Aufbrechen ist anfänglich nur dadurch möglich, dass man jenen Augenblick zwischen dem Erlöschen eines und dem Auftauchen eines weiteren mentalen Eindrucks dazu nutzt, das Entstehen des neuen Eindrucks zu kontrollieren, weil sich sonst ein mentaler Zustand etabliert, der dem gängigen Muster und damit der bestehenden Konditionierung entspricht. Wenn sich diese Konditionierung immer wieder manifestiert, kann ein altes Muster nicht durchbrochen und eine Transformation oder Transmutation nicht erreicht werden. Man nutz also den Zeitraum zwischen zwei Eindrücken, um ihre konditionierte Wirkkraft zu durchbrechen. Ihr mechanisches Aufeinanderfolgen wird bewusst gestört, indem man sich auf jenen Augenblick fokussiert, in dem die mentalen Eindrücke zur Ruhe kommen. Der alte Eindruck ist nicht mehr und der neue hat sich noch nicht geformt. In dieser Lücke ist eine Leere, mit deren Hilfe eine Beruhigung und Entlastung im mentalen Prozess geschaffen werden kann.
Wie in Sūtra 1.17 ausgeführt, ist die unterscheidende Kontemplation (saṁprajñāta samādhi) begleitet von bestimmten Bewusstseinszuständen. Der Wechsel von einem Bewusstseinszustand zum nächsten gehört zu den größten Herausforderungen in der Kontemplation. Um einen solchen Wandel des Bewusstseins zu erreichen, muss man aus einer unterscheidenden Kontemplation (saṁprajñāta samādhi) in eine Form der Kontemplation wechseln, in der Eindrücke nicht manifestiert sind (pūrvaḥ saṁskāra). Diese Form der Kontemplation wird in Sūtra 1.18 als „asaṁprajñāta samādhi“ bezeichnet.
Wenn eine Person aus einem Bewusstseinszustand heraus lebt, der primär von Schlussfolgerungen bestimmt ist, befindet sie oder er sich im Zustand des „vitarka“. Wie in Sūtra 2.19 ausgeführt, ist ein Geist in einem solchen Bewusstseinszustand vorrangig auf Erscheinungsformen fokussiert, die spezifisch und bestimmt (viśeṣa) sind. In unserer modernen Welt würde man sagen, dass jemand einen realistischen und unterscheidenden Blick auf die Welt hat. Die Diskriminierung der Dinge steht im Mittelpunkt. Wenn das Unterscheidende zentral ist, befindet man sich in einer Ich-Position, aus der heraus man die Dinge um sich herum als von sich selbst verschieden, getrennt und damit als anders oder auch fremd wahrnimmt. Gemeinsamkeiten spielen eine untergeordnete Rolle. Diese Haltung führt verstärkt dazu, dass man immer ein Gegenüber schafft, das leicht zu einem Gegner, Kontrahenten und Gefährder für die eigene Ich-Position werden kann. Der Aspekt des „Gegen-etwas-sein“ oder der Zwang sich gegen etwas aussprechen, Gegenargumente finden oder einfach „nein“ sagen zu müssen, ist sehr stark. Es wird die Ich-Position verteidigt und dem Eigenen gegenüber dem Gemeinsamen tendenziell der Vorzug gegeben. Diese Bewusstseinshaltung ist nicht gut oder schlecht. Sie bringt Vorteile und Nachteile mit sich. Der Vorteil liegt darin, dass man sich gut verteidigen, bei der Erreichung der eigenen Ziele man sich auf den Erfolg fokussieren, die eigenen Bedürfnisse gut befriedigen und die eigenen Interessen durchsetzen kann. Der Nachteil besteht darin, dass man die Interessen anderer schwerer erkennt, Bedürfnisse anderer leichter übersieht, gemeinsames und sozial abgestimmtes Verhalten nicht leichtfällt, Kompromisse schwer gelingen und systemische Zusammenhänge unzureichend erkannt werden. Nicht selten werden Menschen in einem ausgeprägten Zustand des „vitarka“ zu Einzelgängern. So mancher ist im sozialen Kontext schwer zugänglich und bei einer sehr negativen Ausprägung egozentrisch, narzisstisch und fremden Dingen und Menschen gegenüber feindlich eingestellt. Bei der Entwicklung jedes Bewusstseinszustandes überwiegen anfänglich die positiven Aspekte. Doch je ausgereifter ein Bewusstseinszustand ist, umso mehr zeigen sich problematische Seiten. Wenn es dann nicht gelingt, in einen darüberhinausgehenden Bewusstseinszustand zu wechseln, können sich negative Verhaltensmuster etablieren, die zerstörerisch und destruktiv werden können.
Zeigen sich im Leben eines Menschen immer mehr Anzeichen dafür, dass die eingenommene Haltung der Ich-Position zu Problemen führt, steuert die Person auf eine Krise zu. Das Problem ist, dass sich die Person nur schwer selbst, die Situationen mit anderen und ihre Position in der Welt reflektieren kann. Denn das ist es, was in einer ausgeprägten Ich-Position mit einer diskriminierenden Haltung fehlt und nicht ausreichend entwickelt ist. Solche Personen stehen reflektierenden Methoden wie sie z.B. in der Psychotherapie oder in verschiedenen Beratungsformen angeboten werden, kritisch gegenüber. Sie wollen ihre Ich-Position nicht aufgeben und beharren auf der Vorstellung von sich selbst als beständigem und unabhängigen Selbst. Dieses Selbst wird verteidigt. Es will sich nicht in Frage stellen oder in Frage gestellt werden. Doch das Leben ist unerbittlich, wenn es um unser Wachstum geht. Es wird uns in Lebenssituationen führen, die uns zwingen, einen Schritt in eine neue Welt hineinzumachen. Doch wie kann das Subjekt über das Subjekt reflektieren, wenn es sich immer als Subjekt im Verhältnis zu Objekten sieht? Hier kommt Sūtra 3.9 ins Spiel. Der Geist hat die Möglichkeit, auf seine eigenen Prägungen (vāsanāns), die zu mechanisch wiederholenden Verhaltensweisen und -mustern (saṃskāras) führen, kontrollierend einzuwirken. Auch wenn er noch nicht in der Lage ist, die alten Verhaltensweisen durch neue ersetzen zu können, kann er die mechanischen Abläufe beobachten. Durch Kontemplation wird es möglich, zu erkennen, wie ein von der vorherrschenden Bewusstseinshaltung geprägter mentaler Eindruck vergeht und sich ein anderer, der Bewusstseinshaltung entsprechender Eindruck etabliert. Man kann dem mechanischen Muster der sich ständig verkörpernden Prägungen auf die Schliche kommen. Der entscheidende Punkt ist, wie oben schon angeführt, dass man das Muster unterbricht, indem man die mechanische Reaktion anhält und zwischen dem vergehenden und sich neu etablierenden mentalen Eindruck verharrt. Dies wird anfänglich nur durch eine bewusste Unterdrückung des wie selbstverständlich auftretenden Impulses, der unbewussten Reaktion zu folgen, gelingen. Der eigene mentale Mechanismus muss jetzt zum Gegner in einer inneren Auseinandersetzung werden. Man ring mit sich selbst. Man beginnt die eigene Ich-Position in Frage zu stellen.
Nicht anders ist es im Bewusstseinszustand des „vicāra“. Sūtra 2.19 führt aus, dass sich dieser Bewusstseinszustand mit Inhalten identifiziert, die vorrangig unspezifisch und unbestimmt (aviśeṣa) sind. Jetzt steht nicht mehr das Diskriminierende, sondern das Verbindende und Ausgleichende im Vordergrund. Der Kompromiss wird relevant. Menschen in diesem Bewusstseinszustand stehen häufig in einer Polarität zu Menschen im Zustand des „viśeṣa“. Sie gleichen die Tendenzen des Trennenden dadurch aus, dass sie versuchen, die Dinge zu integrieren und zusammenzuführen. In unserer modernen Welt würde man sagen, dass es sich um sozial engagierte und am Psychischen orientierte Menschen handelt. In diesem Bewusstseinszustand ist man bemüht, Gegensätze zu verbinden und zu integrieren. Das Sowohl-als-auch wird bestimmend und man lernt, nicht nur eine Position oder Perspektive einzunehmen, sondern sich in die Position und Perspektive anderer Personen und Wesen zu versetzen und die Welt mit ihren Augen zu betrachten. Man ist bemüht, das Gegenüber zu verstehen. Angenommen es haben sich in der Vergangenheit Dinge für einen nachteilig entwickelt. Nun eilt man nicht einfach voran und sagt sich, beim nächsten Mal werde ich die Fehler, die ich gemacht habe, nicht mehr machen und wieder erfolgreich sein und mich durchsetzen, sondern man reflektiert nicht nur das eigene Verhalten, sondern auch das Verhalten anderer Personen. Man fragt sich, was war mein Standpunkt? Was habe ich richtig und was habe ich falsch gemacht? Dann nimmt man die Position des Gegenübers ein und stellt sich die gleichen Fragen. Was hat der oder die andere richtig und was nicht richtig gemacht? Doch hier endet die Auseinandersetzung noch nicht. Es kann eine weitere Position eingenommen werden, die versucht, den eigenen Standpunkt mit dem Standpunkt des oder der anderen zu verbinden. Die Position des einen und die Position des anderen werden zu einer Metaposition, in der beides gleichzeitig in den Fokus genommen wird. Damit wird es möglich, zu erkennen, was sich aus eventuell begangenen Fehlern entwickelt hat. Man erkennt, welche Einsichten gewonnen, Erfahrungen gemacht und Lernprozesse möglich geworden sind. Das, was bisher spezifisch und bestimmt gewesen war, wird durch den Wechsel der Perspektiven unspezifisch und unbestimmt, weil es sich in etwas Neues verwandeln kann. Man erlangt Einsichten, die es zuvor noch nicht gegeben hat. Reflektiertes Leben schafft die Möglichkeit, sich in andere Menschen, Wesen und Situationen einzufühlen und dementsprechend Leidenschaft für die anderen zu entwickeln. Reflektiertes Leben generiert nicht nur Wissen, sondern das, was man Weisheit nennt. Unterschiedliche Lebensperspektiven greifen ineinander und eröffnen neue Lebensmöglichkeiten. Der schon erwähnte Kompromiss schafft Raum für die Verbindung von unterschiedlichen Interessen und Ansichten. Manche Dinge können integriert werden, indem man sie in einen zeitlichen und sequenziellen Kontext setzt. Andere durch das Erkennen von Scheingegensätzen. Manchmal lässt sich ein neuer Standpunkt finden, indem Bewertungen angepasst werden. In wieder anderen Fällen geht es darum, mit Paradoxa zu leben und sie zu akzeptieren. Manchmal hilft es, sich Vorannahmen einmal bewusst zu machen und zu hinterfragen. Dann können sie eventuell angepasst oder durch andere ersetzt werden. Nicht selten lassen sich Standpunkte versöhnen, wenn bestimmte Vorstellungen losgelassen und aufgegeben werden. Die Verbindung von Standpunkten kann etwas schaffen, an das man noch nicht gedacht hat. In diversen Fällen ist es auch hilfreich, wenn man Positionen nebeneinanderstehen lassen und man Meinungen und Sichtweisen in ihrer Mehrdeutigkeit und Widersprüchlichkeit ertragen und aushalten kann. Manche Dinge bleiben unscharf oder gehören einfach in verschiedene Welten. Auch in dieser Einsicht können sich divergierende Standpunkte versöhnen. Die Idee, was richtig und was falsch ist, kann sich wandeln. Dogmatische Standpunkt können sich verflüssigen und das Leben wieder zum Fließen bringen. Die Lebenserfahrung und das Sein werden wichtiger als die Besitzstände, seien sie nun materieller oder auch geistiger Natur.
Wie im Bewusstseinszustand des „vitarka“ zeigen sich auch im Bewusstseinszustand des „vicāra“ mit der Zeit negative und destruktive Muster. Im Zustand des „vicāra“ liegt der Hauptgrund darin, dass es sich um eine reflektierende und damit in die Vergangenheit gerichtete Haltung handelt. Wenn die Stärke im Bewusstseinszustand des „vitarka“ darin liegt, voranzuschreiten, liegt die Stärke im Zustand des „vicāra“ darin, die Vergangenheit für die Gestaltung der Zukunft zu nutzen. Doch Stärken werden mit der Zeit immer auch zu Schwächen. Im Zustand des „vitarka“ fehlt die Reflexion. Man stürmt zu schnell voran. In nicht wenigen Fällen läuft man irgendwann vor den Dingen nur mehr davon. Im Zustand des „vicāra“ fehlt eine ausreichende Verbundenheit mit dem Gesamtkontext. Alles spielt sich im Raum der eigenen Erfahrungen und der eigenen Vergangenheit ab. Die Welt ist zu groß und zu komplex, dass man sie durch Reflexion erfassen und begreifen könnte. Im Zustand des „vicāra“ können sich gewaltige blinde Flecken eröffnen, die unsere Planungen und unser daraus hervorgehendes Handeln zunichtemachen. Obwohl all unsere Erfahrungen ein bestimmtes Vorgehen als logisch, kausal richtig und sinnvoll erscheinen lassen, scheitern wir an der falschen Einschätzung des Gesamtkontextes. Wir übersehen die Dimension dessen, was wir nicht wissen können. Anders gesagt, nehmen wir die Welt nicht so an, wie sie ist, sondern sie soll so sein, wie wir sie fühlend und denkend erfahren und entsprechend den daraus geformten Vorstellungen schlussfolgernd und bewertend begreifen. Die Welt ist dann nur das Bild, das wir uns von ihr machen. Wir sind in unserer begrenzten Vorstellungswelt gefangen. Wir projizieren unsere persönliche Vergangenheit in die Zukunft. Im Zustand des „vitarka“ wie im Zustand des „vicāra“ möchten wir die Herrschaft über die Welt haben. Wir wollen über sie bestimmen und sie aus uns selbst heraus gestalten. Wir möchten etwas Besonders sein, Bedeutung haben und uns wichtig fühlen. Wir überschätzen unsere Größe und wähnen uns in der Lage, etwas steuern zu können, dessen Steuerung uns entgleiten und unser Bemühen zunichtemachen muss. Wir unterschätzen, in welchem Ausmaß sich die Welt aus sich selbst heraus spontan organisiert und erkennen nicht, dass unser Verstand nicht der Herr, sondern nur der Diener dieser gewaltigen Prozesse sein kann. Die mentalen Prozesse überlagern eine Dimension, die das Mentale hervorgebracht hat und dem sich das Mentale unterordnen muss. Das Herrschen muss zu einem Dienen werden. Doch wie kann das gelingen?
Abermals ist Sūtra 3.9 zu beachten. Wenn uns das Bewusstsein fehlt, wie wir dem Großen und Ganzen dienen können, kann man nicht einfach aus dem Zustand des „vicāra“ in jenen des „ānanda“ wechseln. Wenn im Zustand des „vicāra“ wie selbstverständlich die Tendenz in uns auftaucht, die Dinge aus unterschiedlichen Perspektiven betrachten zu wollen und dann in einem Sowohl-als-auch eine Lösung zu finden, muss unser Geist im Augenblick des Vergehens des einen mentalen Eindrucks und des Auftauchens des sich mechanisch und fast automatisch bildenden anderen mentalen Eindrucks kontrollierend eingreifen und das Muster unterbrechen. Aus dem Sowohl-als-auch wird dann ein Weder-noch. Doch auch im Weder-noch steckt die Vergangenheit. Es ist nur eine Negation unserer Erfahrungswelt. Die alte Identität ist noch nicht aufgegeben. Auch dieser Impuls, auf die eigene Persönlichkeit zurückgreifen zu wollen, muss losgelassen werden. Dann tritt man ein in den Zustand des „asaṁprajñāta samādhi“ und befindet sich in einem Übergangszustand. Ein dichter Nebel umgibt uns und wir fühlen uns so, als würden wir uns zwischen zwei Welten befinden. In die eine Welt können wir nicht zurück und die andere Welt hat sich uns noch nicht offenbart. Sie ist etwas ganz Anderes. Sie ist etwas Neues. Wir befinden uns im Blindflug. Moderne am Computer arbeitende Menschen würden sagen, dass der Suchmodus läuft.